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August 21, 2007

Der Sommer: Teil 2

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Gitarre

Der Sommer bringt nicht nur Sonne, Wärme und erhöhten Fleischkonsum, sondern auch jede Menge Openairfestivals. Meiner Bequemlichkeit kam es sehr entgegen, dass just ein solches Festival in der Nähe stattfinden sollte. Um nicht ganz unwissend zu sein, informierte ich mich im Vorfeld über das Programm und musste zu meinem Schrecken feststellen, dass ich von kaum einer Band schon gehört hatte oder noch schlimmer just diese Geschmackskolben stimulierte, welche Musik als bitter erklingen lassen. Sollte ich deswegen gar nicht zum Festival gehen? Nein. Was war denn die Alternative? Die meisten Leute die mir am Herzen liegen und sich zu dieser Zeit in der Stadt befanden, versicherten mir, dass sie dorthin gehen würden. So kam es also, dass ich mich näher über das Angebot der Bands informierte.

Wie der Verschwörungstheoretiker ständig auf Unregelmässigkeiten und Lügen trifft, tauchte bei meiner Recherche zu den Bands immer wieder der Begriff „Indie“ auf. Im Gespräch mit Leuten wurde gerne der Begriff „mann“ hinten angehängt. „Indie, mann“. Die Tonlage und der Gesichtsausdruck entsprach dabei etwa der Reaktion einer Person, die vor nicht allzu langer Zeit Marihuana konsumiert und soeben im Kühlschrank ein reich belegtes Brötchen und einen gekühlten Eistee entdeckt hat. Der Marihuanakonsum war wohl nicht weit von der Realität entfernt. Mit einer Prise zuviel Enthusiasmus berichteten mir Menschen in durchgewetzten Converseschuhen und kurzen schwarzen Lederjacken von magersüchtigen Männern in zu engen Hosen, die auf Elektrogitarren und Schlagzeugen Musik machten. Gespannt lauschte ich den Ausführungen und erinnerte mich wage…Gab es das nicht schon mal in den achtziger Jahren? Die Beschreibung passte irgendwie auf Axl Rose…Je länger ich zuhörte, desto mehr schien es unmöglich zu sein, eine andere Auffassung über eine Indieband zu haben als diese einfach nur geil oder hammermässig zu finden. Virusartig schien sich die einstimmige Meinung von Menschen im Alter von 20+ Besitz ergriffen zu haben, wobei alle irgendetwas von Individualität und Einzigartigkeit brabelten.

Gestärkt durch die Informationen begab ich mich ins nächste Gespräch über das Festival und konnte nun ein paar Namen nennen. Fehler! Nachdem ich einen Bandnamen von mir gegeben hatte, wurde ich vorwurfsvoll angeschaut und energisch aufgeklärt, dass diese Band „voll Kommerz“ sei und einen Vertrag bei einem grossen Plattenlabel habe. Gut seien die anderen, welche aufs Establishment und grosse Plattenfirmen scheissen würden und eigentlich lieber in einer kalten und feuchten Garage spielen würden, als im luxuriösen Tonstudio. Verwirrt durch die eben erfahrene Lektion begann es in meinem Kopf zu surren. Was machte den nun eine gute Indieband? Die Musik? Die Philosophie? Die Frisur der Bandmitglieder? Wie Indie war ich? Ich ging aufs Festival um dem Mysterium auf den Grund zu gehen kam zu einem klaren Resultat:

1. mein Kopf surrte nach dem Konsum von Indiemusik noch mehr
2. the world doesn’t need another Indieband
3. leckt mich an meinem bleichen Arsch!

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