Dr. Klinken – hilft! doktorklinken@hotmail.com

August 30, 2007

St. Galler Nachrechten

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Pfeil rechts

Kennen Sie das Gefühl kurz vor Weihnachten, wenn sie den Briefkasten öffnen dieser ein farbiges Paket beherbergt? Ein Kribbeln lässt sie erahnen, dass es ein Geschenk sein muss. Nun, heute ist mir dies nicht passiert. Ich öffnete den Briefkasten, in derselben Weise, wie ich dies zu Weihnachten zu tun pflege. Anstelle eines farbigen Päckli fand sich im Inneren des Kastens eine Zeitung die an Farbenfröhlichkeit einem Weihnachtspaket in nichts nachsteht. Gross prangert der Name der Zeitung zuoberst. St. Galler Nachrichten. Mein Blick schweifte, angezogen von grossen, roten und schwarzen Lettern, nach unten und ich las: „Geheimplan gegen Blocher“. Mir fiel die Zeitung beinahe aus der Hand. Ich begab mich verwirrt in die Wohnung und schlug das Druckerzeugnis auf und stellte fest, dass unterhalb der Erklärung um die Verschwörung gegen Blocher, Christoph Mörgeli meinte, dass er ebenfalls noch eine Tastatur bedienen sollte. So listet er, einer Todesliste gleich, alle diejenigen auf, die Blocher abwählen wollen. Dass die von Mörgeli genannten Personen Blocher abwählen wollen, ist etwa im selben Mass überraschend, wie dass Dr. House einen Patienten vorfindet der scheinbar nicht zu heilen ist, schlussendlich aber doch auf Aspirin reagiert, da es nur eine Migräne war obwohl der Patient von einer Schlange gebissen und fünf Skorpionen gstochen worden ist.

Aber zurück zum Thema. Dies war nur die Frontpage. Wendet man die Seite so lächelt mir ein Gesicht entgegen, dass zu der Stimme aus dem Radio passt, welches ich nie höre. Toni Brunner streckt sich über eine halbe Seite und wirbt für seine Wahl in den Ständerat. Die zweite Hälfte der Seite bedeckt ein mit drei roten Siegeln und den Unterschriften von Ueli Maurer und Caspar Baader versehener „Vertrag mit dem Volk“. Erst danach fing die eigentliche „Zeitung“ an.

Wären die St. Galler Nachrichten ein davongelaufenes Kind und die Eltern würden mich fragen, ob ich es gesehen hätte, würde ich folgendes antworten: „Es ist ganz hinten rechts. Dort wo der Boden schon leicht braun ist. Dort ist es normalerweise zu finden…“ Fährt man von St. Gallen Richtung Wittenbach so befindet sich die Redaktion an der Langgasse auf der linken Seite. Ob die dies wohl wissen? Ob wohl alle Mitarbeiter von Wittenbach her zur Arbeit kommen müssen um sich nicht nach links bewegen zu müssen?

Nach dem Schrecken der zwei ersten Seiten der St. Galler Nachrichten, meldete ich mich bei einer nahestehenden Person, die zweifelsfrei ähnlich reagiert haben muss. Diese Person sagte mir, dass sie schon bei der Zeitung telefonisch nachgefragt habe, was das soll und forderte mich auf dies auch zu tun. Also tat ich es dieser Person gleich und rief bei der Redaktion an. Eine freundliche Dame am anderen Ende der Leitung nahm meine Reklamation geduldig entgegen. Es wurde mir nahegelegt direkt mit dem Verlag Kontakt aufzunehmen. Ein klares Zeichen, dass ich nicht der einzige Anrufer zu diesem Thema war. Ich wählte die mir mitgeteilte Nummer und rief im Verlag an.

Dort nahm eine ebenfalls nette Dame meine Frage entgegen. Doch sie konnte mir nicht abschliessend darauf antworten, ob die St. Galler Nachrichten ein Parteiblatt der SVP oder eine unabhängige Zeitung sei. Sie meinte nur, dass es sich um eine Anzeige der SVP handle. Dies war mir nicht entgangen gute Dame. Wie auch. Darum rief ich ja an!!! Ich wollte jedoch wissen warum diese zuvorderst in der Zeitung und direkt unter dem St. Galler Nachrichten Schriftzug zu finden sei. Sie nahm meine Fragen, mit dem Versprechen alles dem Verlagsleiter weiterzureichen, entgegen. Bevor unser Gespräch durch das bekannte drücken der roten Taste endete, fragte ich noch, ob noch mehr Leute deswegen angerufen hätten. Sie bejahte und ich dankte ihr und legte auf.

Für alle die sich bei wegen der SVP-Anzeige beschweren oder einfach den St. Galler Nachrichten klar machen wollen, dass diese Zeitung unlesbar ist, hier die Nummer:

071 913 47 11 und Herrn Zehnder verlangen. Ist er „ausser Haus“ wie es bei mir der Fall war, so nimmt sicher jemand die Nachricht entgegen. e-mails an: info@st-galler-nachrichten.ch

Je mehr desto besser. Viel Spass!

Dr. Klinken

Sündenbock? Willst du nicht lieber etwas rechtes lernen?

Gespeichert unter: News — doktorklinken @ 5:24

svp logo

Wie lange dauert es noch, bis wir den Boden unseres zivilisierten Daseins erreicht haben? Wir nähern uns als gesellschaftliches Ganzes in grossen Schritten dem primitiven Ding, welches aus dem Wasser kroch, von den Bäumen stieg oder meinetwegen auch wie dem es Gott aus Lehm oder Rippen schuf, und entfernen uns in derselben Geschwindigkeit von der Vernunft. Dem vernünftigen Dasein, welches uns ein modernes Zusammenleben ermöglicht. Wer mit Menschen in Kontakt tritt, stellt fest, dass die Leute immer mehr Ängste äussern. Sei es vor Ausländern, Jugendlichen, fremden Fürsten, heimlichen Weltregierungen, Illuminaten, Freimaurern, Hooligans, Terroristen, CIA, etc. Verschwörungstheorien freuen sich einer grösseren Beliebtheit als Desperate Housewifes oder Bioprodukte. Bücher von Dan Brown finden reissenden Absatz. Die Liste der zu befürchtenden Gruppierungen und möglichen Ereignissen scheint nicht enden zu wollen. Überall scheinen Täter zu lauern, Gefahren an jeder Ecke. Menschen suchen nach Antworten und Sicherheit und strecken dabei ihre Hände aus nach alle was in irgendeiner Weise einen rettenden Ast erinnert. Bücher, Religionen, Überwachungskameras,…es muss doch einen oder mehrere Schuldige geben! Ich bin gut; ergo muss jemand anders böse sein. Hm.

Woran mag das liegen, dass die Menschen die kleine Stimme im Kopf, die sagt, dass eigentlich alles in Ordnung ist, ignorieren und stattdessen SVP wählen? Ich würde nie behaupten, dass wir in einer heilen Welt ohne Gefahr und Kriminalität leben. Das taten wir auch noch nie. Zu Beginn des menschlichen Daseins beknüppelten wir uns mit Holzkeulen, im Mittelalter war es unvorteilhaft weiblich und rothaarig zu sein und vor siebzig Jahren äusserte man seine freie Meinung solange, bis man den Zug bestieg. Oneway. Soviel zur gefährlichen heutigen Welt. Gefahr lauert tatsächlich überall. Im Strassenverkehr, Zuhause, im Zigarettenpaket, in der Flasche, in Form der Bequemlichkeit, etc. Und ja, es gibt Terrorismus, Kriminelle, gewalttätige Fussballfans. De Facto zeigen jedoch die Kriminalitätsstatistiken, dass die Kriminalität abnimmt. Woher also diese Angst?

Sind die Medien an den Ängsten der Menschen schuld? Stoooooopp…schon begehen wir denselben Fehler! Wir suchen einen Schuldigen der uns Nachts nicht mehr schlafen lässt. Es ist in demselben Mass die Schuld der Medien, dass ich mich ängstige, wie es McDonald’s Schuld ist, dass ich übergewichtig bin. Was jedoch feststeht ist, dass sich die SVP an der Spitze dieser Hexenjagd stellt und den Pöbel zielgerichtet zu den Leuten führt, welche unsere Brunnen vergiften und dafür sorgen, dass unsere Kälber Fehlgeburten erleiden. „Ah, hier wohnen die Sündenbocks. Schau dir nur mal deren Garten an.“ Die SVP schürt aus wahltaktischen Gründen diese Ängste noch mehr. Die Weltwoche und regionale Kleinzeitungen, namentlich die St. Galler Nachrichten tragen ihren Teil dazu bei, dass Rassismus wieder sehr salonfähig geworden ist. Im Sinne von: „ich sag ja nur was Blocher und die Weltwoche sagt“. Hören sie sich doch mal um! Es ist wieder sehr o.k. gegen Ausländer zu fluchen.

So genug gequatscht. Köppel, Mörgeli, Welte; ihr könnt mich mal am Arsch lecken!

In diesem Sinne

Dr. Klinken

August 21, 2007

Der Sommer Teil 3:

Gespeichert unter: News — doktorklinken @ 9:02

Radio

Um einen produktiven Tag in die Wege leiten zu können sind die Dusche und der Kaffee vielgenannte Mittel. Nun, produktiv waren meine Tage im Sommer wohl eher nicht. Dennoch wollte ich aus hygienischen und weckenden Gründen weder auf das Eine noch das Andere verzichten. Frohen Mutes begab ich mich zur Musikanlage und wählte eine Frequenz von der ich mir versprach, meine Dusche musikalisch passend untermalen zu können. Meine Wahl fiel, wohl mehr aus Gewohnheit auf DRS 3. Ein Fehler! Schon nackt und nass befand ich mich nun in der Dusche und es blieb mir nichts anderes übrig, als die Musikwahl eines Redaktors zu ertragen, der entweder ein 12-jähriges Kind von 1991, taub oder von solcher Ignoranz beseelt war, die Kombination der gespielten Noten als gut zu empfinden.

Verärgert darüber, dass mir DRS 3 die Morgendusche gründlich versaut hatte, begab ich mich wieder zum Radio um diesen auszuschalten. Inzwischen war auch die Hoffnung gestorben, dass es nur dieses eine Lied war, dass in meinen Ohren schmerzen würde. Mittlerweile war „Barbiegirl“ von Aqua der würdige Nachfolger von „There’s a party“ von DJ Bobo geworden. Misstrauisch verfolgte ich die Auswahl an Songs auf DRS 3 die nächsten Tage und es zeigte sich keine Besserung. Von Ärger getrieben verfasste ich ein, unter den Umständen verständlich, zynisches e-Mail, worin ich auf die Geschmacksarmut in der Musikredaktion hinwies und nach Antworten verlangte. Überraschenderweise kam nach zwei Tagen eine Antwort. Mir wurde mitgeteilt, dass meine Nachricht an die verantwortlichen Personen weitergeleitet würde, ich jedoch verstehen müsse, dass aus zeitlichen Gründen nicht auf jedes Mail eingegangen werden könne. Nun, diese zeitlichen Gründe schienen in meinem Fall ihre Wirkung zu zeigen und ich habe bis heute weder eine Stellungnahme, noch hat sich das Tagesprogramm verbessert.

Als Alternative zog ich nun den hiesigen Sender Toxic.fm als Duschunterhalter in Betracht…es stellte sich heraus, dass dieser Sender ausschliesslich Indiemusik spielt. Wer meine Meinung zu Indiemusik noch nicht kennt, dem empfehle ich das Lesen des Textes „Der Sommer: Teil 2“. DRS 3 und Toxic.fm konsumiere in gleicher Weise wie ich wie „Pfahlbauer von Pfyn“; nicht mehr! Der MP3-Player ist ein mehr als würdiger Ersatz. Meine Mitteilung an DRS 3 ist, dass ich aus zeitlichen Gründen blablabla und leckt mich an meinem bleichen Arsch!

Der Sommer: Teil 2

Gespeichert unter: News — doktorklinken @ 8:58

Gitarre

Der Sommer bringt nicht nur Sonne, Wärme und erhöhten Fleischkonsum, sondern auch jede Menge Openairfestivals. Meiner Bequemlichkeit kam es sehr entgegen, dass just ein solches Festival in der Nähe stattfinden sollte. Um nicht ganz unwissend zu sein, informierte ich mich im Vorfeld über das Programm und musste zu meinem Schrecken feststellen, dass ich von kaum einer Band schon gehört hatte oder noch schlimmer just diese Geschmackskolben stimulierte, welche Musik als bitter erklingen lassen. Sollte ich deswegen gar nicht zum Festival gehen? Nein. Was war denn die Alternative? Die meisten Leute die mir am Herzen liegen und sich zu dieser Zeit in der Stadt befanden, versicherten mir, dass sie dorthin gehen würden. So kam es also, dass ich mich näher über das Angebot der Bands informierte.

Wie der Verschwörungstheoretiker ständig auf Unregelmässigkeiten und Lügen trifft, tauchte bei meiner Recherche zu den Bands immer wieder der Begriff „Indie“ auf. Im Gespräch mit Leuten wurde gerne der Begriff „mann“ hinten angehängt. „Indie, mann“. Die Tonlage und der Gesichtsausdruck entsprach dabei etwa der Reaktion einer Person, die vor nicht allzu langer Zeit Marihuana konsumiert und soeben im Kühlschrank ein reich belegtes Brötchen und einen gekühlten Eistee entdeckt hat. Der Marihuanakonsum war wohl nicht weit von der Realität entfernt. Mit einer Prise zuviel Enthusiasmus berichteten mir Menschen in durchgewetzten Converseschuhen und kurzen schwarzen Lederjacken von magersüchtigen Männern in zu engen Hosen, die auf Elektrogitarren und Schlagzeugen Musik machten. Gespannt lauschte ich den Ausführungen und erinnerte mich wage…Gab es das nicht schon mal in den achtziger Jahren? Die Beschreibung passte irgendwie auf Axl Rose…Je länger ich zuhörte, desto mehr schien es unmöglich zu sein, eine andere Auffassung über eine Indieband zu haben als diese einfach nur geil oder hammermässig zu finden. Virusartig schien sich die einstimmige Meinung von Menschen im Alter von 20+ Besitz ergriffen zu haben, wobei alle irgendetwas von Individualität und Einzigartigkeit brabelten.

Gestärkt durch die Informationen begab ich mich ins nächste Gespräch über das Festival und konnte nun ein paar Namen nennen. Fehler! Nachdem ich einen Bandnamen von mir gegeben hatte, wurde ich vorwurfsvoll angeschaut und energisch aufgeklärt, dass diese Band „voll Kommerz“ sei und einen Vertrag bei einem grossen Plattenlabel habe. Gut seien die anderen, welche aufs Establishment und grosse Plattenfirmen scheissen würden und eigentlich lieber in einer kalten und feuchten Garage spielen würden, als im luxuriösen Tonstudio. Verwirrt durch die eben erfahrene Lektion begann es in meinem Kopf zu surren. Was machte den nun eine gute Indieband? Die Musik? Die Philosophie? Die Frisur der Bandmitglieder? Wie Indie war ich? Ich ging aufs Festival um dem Mysterium auf den Grund zu gehen kam zu einem klaren Resultat:

1. mein Kopf surrte nach dem Konsum von Indiemusik noch mehr
2. the world doesn’t need another Indieband
3. leckt mich an meinem bleichen Arsch!

Der Sommer Teil 1

Gespeichert unter: News — doktorklinken @ 8:47

Patrick Star

Nun ist es endlich geschafft. Der Zirkus und seine Freaks haben ein Ende. Ich spreche hier nicht von einem Zirkus, der kleine Kinder und im Ausnahmefall noch deren Eltern an einem verregneten Samstagnachmittag in einem grossen, müffelnden Zelt mit kalten Sitzen und nervtötender Musik erfreut. Nicht der Zirkus, wo am Eingang ein kleinwüchsiger Clown Programmhefte verkauft und dem belustigten Besucher manchmal das Portemonnaie entwendet wird, um es dann unter erstauntem Gelächter während der Vorstellung in der Manege vom „Klaukünstler“ wieder abholen zu müssen. Ich meine nicht den Zirkus, der meinen Argwohn und meine Abneigung gegenüber Clowns verstärkte. Nein, ich spreche vom alljährlich wiederkehrenden Sommerprogramm des Schweizer Fernsehens.

„Saläweidli“, „Schule wie vor 50 Jahren“ und jetzt „Die Pfahlbauer von Pfyn“. Wie langweilig die Namen zu den noch langweiligeren Sendungen nur schon klingen. Ein Ideenreichtum wie DJ Bobo, wenn er eine neue Platte tauft. Gewöhnliche Menschen, die sich im Rahmen eines „Experiments“ in Kleidung und Rolle der entsprechenden Zeit werfen, um mit dem Elan eines neuen Turnlehrers für Oberstufenschüler den authentischen Aufgaben widmen. Der enttäuschte Zuschauer muss dann leider feststellen, dass die Hoffnung auf Unterhaltung im langweiligen Sommerprogramm nicht erfüllt werden kann. Es nennt sich Sommerloch und es wurde von den Produzenten von SF noch tiefer gegraben. So nähert sich das Zusammenleben der Pfahlbauer diesen Sommer nicht annähernd an das in den USA durchgeführte Experiment mit Wärtern und Gefangenen, alternativ die gleichnamige deutsche Verfilmung an.

Seien wir doch mal ehrlich. Wer möchte schon in den Ferien noch etwas über die Pfahlbauer, geschweige denn überhaupt etwas lernen. Man lechzt nach Entspannung und nach höchstens leichter intellektueller Anregung. Falls es doch dazu kommen sollte, finden sich in jeder Bibliothek Regale mit Geschichtsbüchern. Geht man nun dem hintersten Regal entlang bis an dessen Ende und bückt sich nach ganz unten, findet sich dort eventuell ein Exemplar zum Leben der Pfahlbauer. Eventuell sage ich darum, dass sich das erwähnte Buch um dessen Ausleihefrequenz zu steigern in der Kindersektion befinden könnte. Der Fernsehzuschauer hofft auf Streit, Menschen an ihren Grenzen, leichtes Blutvergiessen, wüste Beschimpfungen, Konsum von pfahlbauerischen, pflanzlichen Drogen und ein Ausbruch aus dem Camp mit der anschliessenden Jagd. Nichts dergleichen fand statt. Alle Teilnehmer schienen irgendwie nur unter dem Einfluss von stimmungshebenden Drogen zu stehen. Das nichtendenwollende Grinsen liess keinen anderen Schluss zu. Oder wer bekam schwitzige Handflächen oder musste sich den Bauch halten vor Lachen, als eine der Frauen aus Kräutern eine Pflegespühlung herstellte? Niemand. Der lethargische Zustand übertrug sich in seltsamer Weise unaufhaltsam auf den Zuschauer, sodass es in meinem Fall nicht mehr möglich war den Kanal zu wechseln, geschweige denn auszuschalten und aufzustehen. Hat sich das Schweizer Fernsehen dazu verpflichtet keinen Spass und Unterhaltung zu zeigen? Daran kann es nicht liegen. So führen uns das ganze Jahr über Sendungen ohne jeden Sinn und Zweck durch das Nachmittags-, Vorabend-, und Abendprogramm. Oder musste alles was Sven Epiney das Jahr über verbrochen hatte, kompensiert werden? Ausgerechnet im Sommer soll der Quatsch ein Ende haben und der Public Service-Auftrag ernst genommen werden?

Eine Meldung liess die Hoffnung in mir aufkeimen. Frank Baumann lanciert eine neue Sendung! Gerne erinnere ich mich zurück an die Sendung „Ventil“. Frank Baumann will in der neuen Sendung mit Prominenten in einem Boot fischen gehen ohne ein Wort zu wechseln. Seite an Seite mit DJ Bobo ohne dass dieser den Mund aufmacht. Ein wunderbarer Gedanke, finden Sie nicht? Noch nie da gewesen. Sie fragen sich nun vielleicht, wieso ich nicht einfach den Fernseher ausschaltete und den warmen Abend draussen verbrachte. Ist ja wohl mir überlassen, wie ich den Abend verbringe. Ich hab’s ja zu Beginn erwähnt. Es ist Sommer und ich sehne mich nach Sinnlosigkeit und lege meine Vernunft in den Liegestuhl an der Sonne der simplen Unterhaltung. Wie haben Sie denn ihre Sommerabende verbracht? Hungernde Kinder gerettet? Die Existenz von Gott bewiesen oder widerlegt? Einen Krieg beendet? Jeden Abend mit guten Freunden gegrillt? Gute Gespräche bei einem guten Glas Wein geführt? Sollten Sie auf eine der Fragen mit Ja antworten können; hier ein „Bravo“ und ich applaudiere. Ansonsten leckt mich an meinem bleichen Arsch!

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