Musicstar!
Nun haben wir das Geschenk. SF DRS beschert uns am Sonntagabend die Sendung Musicstar. Naja, ich muss mich wohl korrigieren. Es bleibt nicht nur beim Sonntagabend. Am Montag, flimmert uns noch „Musicstar – Die Woche“ entgegen. Im Stile von „Big Brother“ haben die Kandidaten sich vor der Kamera zu prostituieren und sich zum Affen zu machen. „Affe“; den Gedanken merk ich mir…
Beim ersten Konsum der Live-Sendung stellt sich die Frage, ob denn nun die Teilnehmer oder das Publikum im Studio mehr Schrauben locker haben. Wie kann den die Presse Max Loong oder Andrea Janssen kritisieren? Man hört die beiden ja gar nicht. Es herrscht ein solches Chaos und Benehmen im Studio, daß fortpflanzungswillige Pavianmännchen beim Anblick einer knackigen Artgenossendame im Vergleich wie das Nobelpreisdinner erscheinen. Bei einem Tokio Hotel Konzert herrscht im Vergleich eine Stimmung wie in einer Universitätsbibliothek. Hat dies mit dem Erfolg der Fußballnationalmannschaft an der WM zu tun, daß es völlig in Ordnung ist, wann immer sich die Möglichkeit bietet, zu schreien und die Arme in die Luft zu werfen? Ob nun die Nati ein Tor schießt oder der Postbote soeben einen Brief eingeworfen hat. Wir strecken die Hände von uns und stimmen ein „Ohhhhhhh…“ an um dann die Hände ins die Höhe zu werfen, wenn der Postbote verdutzt fragt, was denn eigentlich los sei und ob wir Hilfe bräuchten. Verdanken wir dieses tierische Verhalten Köbi Kuhn?
Wie schon erwähnt stürzten sich die Medien in der vergangenen Woche heißhungrig auf alles was Angriffsfläche bot. Max Loong, Roman Kilchsberger,…bei letztgenanntem drängt sich schon die Frage auf, was er in einer Musikjury genau so macht. Stellt man sich jedoch diese Frage, kann man sich auch nach dem Sinn der ganzen Sendung fragen oder ob man denn wirklich nichts anderes zu tun hat als fern zu sehen. Zudem trägt Kilchsberger, mit seinen Sprüchen, die nichts mit dem Thema zu tun haben, dazu bei, daß man ab und zu aus dem lethargischen Zustand erwacht, in den man verfallen ist, seit der erste Kandidat gesungen hat. …kurz und bündig: JETZT haben sie wirklich Angriffsfläche. Der Grossteil der Kandidaten singt sooo schlecht, daß man lieber den oben genannten Pavianmännchen beim Paarungsgebrüll zuhören möchte. Mein lieber Herr Gesangsverein! Ausser Sandra Wild so scheint es, hat noch keiner der Kandidaten mehr Erfahrung im Singen, als es ein durchschnittlicher Dusch-Sänger. Nicht daß ich besser singen könnte, nein nein. Aber ich kann besser nicht an solchen Sendungen teilnehmen. Und darin bin ich gut! Vielleicht doch noch kurz zur Jury. Jetzt sag mal! Das ist doch kein Schulsporttag, wo es nur Sieger gibt. „Oh Röbi, nöd bruälä, du bisch doch zweitä Sieger!“ Verliererspruch. so freundlich wie die Kandidaten bei der Jury wurde ich nicht mal beim Kundeservice der Swisscom behandelt. Bei Dieter Bohlen hätte eine grosse Minderheit der Kandidaten die zweite Runde erreicht. Ja, ich hab dort auch mal reingezappt. Ich gebe es ja zu. Ich hab nichts besseres zu tun als fern zu sehen.
P.S. Wie Loong Max’ wohl ist?
Mit freundlichen Grüssen
Ihr Dr. Klinken