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Wer sich zur Mittagszeit in der Nähe von Jugendlichen aufhält, kann zwei Szenerien beobachten.
An den Kassen der Migros oder Coop reihen sich die Dosen aneinander, die ein Gemisch von Sirup, Koffein und der fast geheimen Zutat Taurin enthalten. Begleitet werden die Dosen, während sie auf dem Band in Richtung Kasse ziehen, von einem langsamen, schon fast andächtigen Marsch von Schülern. Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass ein Brötchen oder ein Salätchen die Dose säumt. Stolz das Ding erstanden zuhaben, wird der Taurin geladene Saft geöffnet und auch sofort konsumiert.
Zum anderen bilden Jugendliche bei Sonnenhöchststand kleine Gruppen, die sich in vermeindlich heimlichen Plätzen zusammenrotten um dem Ritual des Cannabisrauchens zu frönen. Von süsslichem Geruch untermalt, gepaart mit der Sprache von MTV und traditionell jugendlicher Kleidung, zelebrieren die Jugendlichen die Distanzierung zu den Erwachsenen.
Es ist doch nun interessant zu analysieren, ob, in welcher Kombination und wie sich der Kosum der verschiedenen Stoffe auswirkt. Zum einen haben wir da das Koffein (das Taurin blenden wir mal aus. Ehrlich gesagt will doch niemand Stierhodenhormone im Sirup) und zum anderen das THC. Eine Paarung wie sie gegesätzlicher nicht sein könnte. Das pulserhöhende Koffein, welches die Gedanken und den Körper beschleunigt und das THC, welches Muskeln und Hirnmasse einschlafen lässt.
Nehmen wir eine Beispielsklasse. Katastrophal! Es ist die erste Stunde nach der Mittagspause. Die Energydrink Konsumenten sitzen schon seit 10 Minuten unruhig auf den Stühlen. Von den Kiffern sind gerade noch die Hälfte gekommen und diese schleifen sich etwas verspätet zu ihren Plätzen. Setzen wir nun die Energytrinker auf die rechte Seite des Klassenzimmers und die Kiffer auf die linke Seite. Die rechte Seite reckt die Hände, noch bevor der Lehrer eine Frage zu Ende formuliert hat, in die Höhe und antwortet im Eilzugstempo. Genau so ist auch die Länge der Antworten. Getrieben von Koffein wirbeln die Gedanken hin und her. Völlig machtlos muss der Lehrer dies über sich ergehen lassen. Unruhig sitzen sie da und die Blicke ruhen kaum eine Sekunde am selben Ort.
Auch die linke Seite reckt die Hände dann und wann mal in die Höhe, jedoch nicht unbedingt dann, wenn der Lehrer eine Frage gestellt hat, sondern eher dann, wenn die THC-Geplagten glauben, dass der Lehrer eine Frage gestellt hat. Oder aber um den wirklichen Sinn von Tafelkreide den Unwissenden kund zu tun. Auch bei diesen Schülern wirbeln die Gedanken; nur eben etwas anders. Entsprechend den Substanzen, die sich im Hirn breit machen, fällt auch die Antwort bzw. der Kommentar aus. So langsam, dass die Koffeinkonsumenten fast durchdrehen, was jedoch nicht minder Zeit in Anspruch nimmt. Ein schreckliches Bild. Wer möchte da noch Lehrer sein?
Was aber, wenn sich Amphibien im Mittagsdschungel bewegen? Zuerst wird THC, im Anschluss Koffein konsumiert…Erkennen diese Schüler den wahren Sinn der Tafelkeide extrem schnell oder schnellt bei jeder Frage des Lehrers die Hand in die Höhe um dann antworten zu müssen, dass man die Antwort vergessen habe?
